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„Mehr Platz fürs Rad“ unter diesem bundesweiten Motto des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) stand auch eine Veranstaltung in Melsungen am 17.09.2019. Die Melsunger ADFC-Ortsgruppe hatte zu einer demonstrativen Radrundfahrt über die in der Stadt für Radfahrer gefährlichste Straße, die Bahnhofstraße eingeladen. Zur Unterstützung der Melsunger Radfahrer*innen kamen an diesem Abend auch solche aus Schwalmstadt, aus dem Chattengau, aus Felsberg und nicht zuletzt aus den Melsunger Ortsteilen und umliegenden Gemeinden. Ungefähr 100 Personen, von jung bis alt, trafen sich am Rathaus, um dann unter Eskortierung durch zwei Polizeibeamte auf nagelneuen Pedelecs die Bahnhofstraße zwischen Löwekreisel und Bartenwetzerbrücke dreimal zu befahren.

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Kurzfassung dieses Artikels

Zahlreiche Räder waren mit „Poolnudeln“ bestückt, um auf den vorgeschriebenen Abstand beim Überholen hinzuweisen. Andere Fahrer*innen wiesen mit Plakaten und Schildern auf ihre Wünsche hinsichtlich einer besseren Radinfrastruktur in Melsungen hin. Die entgegenkommenden PKW-Fahrer*innen zeigten sich größtenteils recht verständnisvoll, eine Fahrerin bedauerte, dass sie selbst jetzt im Auto saß und nicht per Rad teilnehmen konnte.

Nach den drei Radrunden ging es zurück zum Marktplatz, wo nicht nur ein Informationsstand des ADFC aufgebaut war, sondern auch an einem auf einem Lastenfahrrad aufgebauten Grillstand mittlerweile leckere Bio-Bratwürste zum Verzehr bereit waren. Während sich die ersten Teilnehmer schon die Würste schmecken ließen, wurden Kritik und Wünsche zum Radverkehr von Vertretern des ADFC in Redebeiträgen formuliert.

Hans Joachim Kroll, Sprecher des ADFC-Ortsverbands Melsungen, stellte zunächst das Ergebnis des Fahrradklima-Tests 2018 vor, in dem Melsungen im Vergleich ähnlich großer Gemeinden schlechter abgeschnitten hatte als 2016. Aktuell hat der Melsunger ADFC einen Forderungskatalog erarbeitet, in dem er auf zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr hinweist und der inzwischen an den Verkehrsausschuss der Stadt weitergeleitet wurde. Kroll würdigte auch die brandneuen Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, die Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der Radverkehrssituation in Melsungen aufkeimen lassen.

Der nächste Redner Ullrich Horstmann, Mitglied im ADFC-Kreisvorstand und langjähriger Radverkehrsbeauftragter des Schwalm-Eder-Kreises, berichtete über die Situation im Norden des Kreises. Allein dort fehlen etwa 120 Kilometer Radwege an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen, insbesondere Lückenschlüsse in einer Länge von 1-3 Kilometern. In fast allen Ortsdurchfahrten und den Kleinstädten fehlen Radwege jeglicher Art zur Erreichung der Ziele der Nahversorgung und zur Durchfahrt. Gute erste Ansätze sind die Zunahme der Erstellung von kommunalen Radverkehrskonzepten, das Förderprogramm des Landkreises zur Asphaltierung von vom Radverkehr mitgenutzten Wirtschaftswegen und das Förderprogramm der AG Nahmobilität beim Land Hessen. All dies ist aber noch völlig unzureichend.

Schließlich ging der Kreisvorsitzende des ADFC-Kreisverbands Johannes Heyn auf die Radverkehrssituation in Hessen und im Bund ein. In der im Nationalen Radverkehrsplan 2020 dokumentierten Ausgangssituation liegt Hessen mit seinem Anteil an Radwegen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Vergleich der Bundesländer auf den hintersten Rängen. In Hessen läuft für den Zeitraum 2016 bis 2022 eine „Sanierungsoffensive“, in der unter anderem neue Radwege an Landesstraßen gebaut werden sollen. Aber wenn die in dieser Offensive vorgesehenen 90 Kilometer neuer Radwege wirklich gebaut werden, erhöht sich der Radwegeanteil an hessischen Landesstraßen gerade mal von 11 auf 12,2 Prozent. Und damit kann Hessen im Länderranking keinen Platz aufholen. Nicht zuletzt gibt es auch bei der Verwendung der vom Bund bereit gestellten Finanzmittel ein Problem. Bei Hessen Mobil (ehemaliges Hessisches Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen) fehlen schlicht und einfach die Fachleute, um die Bauvorhaben zu planen und vorzubereiten. Viele Projekte liegen aus diesem Grund erst einmal „in der Schublade“.

Abschließend ergriff der Melsunger Bürgermeister Markus Boucsein das Wort. Er unterstrich die Bedeutung des seit drei Jahren in Melsungen eingerichteten Arbeitskreises „Radverkehr“ und ging auf einige der dort formulierten Änderungswünsche ein. Unter anderem versprach er eine Wiedereröffnung des „Roten Rains“ für den Radverkehr, einer Verbindung nach Obermelsungen entlang der Fulda. Und in der Stadtverordnetenversammlung seien vor einigen Tagen Beschlüsse zur Erstellung von Verkehrskonzepten für die Kernstadt und die Ortsteile gefasst worden, die Hoffnung auf deutliche Verbesserung der Radverkehrssituation in Melsungen rechtfertigten.

Mit Diskussionen im kleinen Kreis und beim Verzehr der letzten Bratwürste ging eine aus Sicht der Veranstalter gelungene Radfahrer-Demonstration in Melsungen zu Ende.

TLDR/Kurzfassung

In Melsungen demonstrierten am 17.09.2019 etwa 100 Radfahrer*innen für eine nachhaltige Verbesserung der Bedingungen fürs Radfahren in der Fuldastadt. Vertreter*innen des ADFC stellten die in vielen Bereichen unzureichende Situation dar, präsentierten Verbesserungskonzepte und stellten konkrete Forderungen. Bürgermeister Boucsein stellte Vorhaben in Aussicht, die in Kürze umgesetzt werden sollen.

Redebeiträge

 

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