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Eingeschneite Fahrräder

Nicht nur wegen der wärmeren Winter sieht man immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer, die auch in der kalten und dunklen Jahreszeit ihr Rad nutzen. Mit der richtigen Ausrüstung verliert der Winter weitgehend seine Schrecken. So kann Radfahren auch in dieser Zeit Spaß machen, durch die Bewegung baut man Stress ab und beugt Erkältungskrankheiten vor.

Fahrradausrüstung

Was für die anderen Jahreszeiten gilt, gilt besonders für den Winter: Das Fahrrad sollte sich technisch in einem einwandfreien Zustand befinden. Mit einem fachmännischen Check in der Fachwerkstatt kann man dafür sorgen, dass Bremsen, Schaltung, Licht (einschließlich Dynamo) und Reifen zuverlässig funktionieren und man für jede Situation die notwendigen Sicherheitsreserven hat. Als vorteilhaft haben sich Nabendynamos erwiesen, die bei Nässe nicht durchrutschen und sich bei Schnee nicht festsetzen können. Gute moderne LED-Leuchten und Nabendynamos kosten zwar mehr als herkömmliche Lichtanlagen, sind aber in der Lage, auch bei Dunkelheit und regennasser Straße die Fahrbahn auszuleuchten – kein Vergleich mit den Funzeln, die man von früher kennt. Oder man verwendet Stecklichter – die nach der aktuell gültigen Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO Stand März 2015) ebenso zugelassen sind wie Anlagen, die mit Dynamo betrieben werden – mit guten Stecklichtern hat man oft besseres Licht als mit herkömmlicher Beleuchtung.

Fahrverhalten

Eine Schneedecke aus frisch gefallenem Schnee dürfte erfahrenen Radfahrern keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten. In jedem Fall sollte man aber vorsichtig in Kurven fahren, abrupte Lenkbewegungen vermeiden, vorsichtig bremsen und ebenso die Pedale treten. Der Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern sollte an die veränderten Straßenverhältnisse angepasst werden.

Dies gilt umso mehr für eisglatte Fahrbahnen - hier kann der Einsatz von Decken mit Spikes sinnvoll sein. Im Gegensatz zu Autoreifen ist die Verwendung von Spikes bei Fahrradmänteln erlaubt. Unter anderem bieten die Reifenhersteller Continental und Schwalbe Winterreifen mit und ohne Spikes an. Auch bei normalen Reifen kann man den Luftdruck auf den Mindestdruck absenken und der Reifen liegt besser auf der Straße. Der empfohlene Wert wird in der Regel auf der Seitenflanke der Mäntel angegeben.

Wer sich unsicher auf dem Rad fühlt, kann den Sattel ein wenig herunterschrauben, um mit den Beinen schneller auf dem Boden zu sein.

Bekleidung

Die Bekleidung erfüllt im Winter mehrere Funktionen: Sie soll vor Niederschlag, Kälte und Wind schützen, soll trocken und warm halten, und soll hell sein, damit der Fahrer von den anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen wird.

Bei wechselnden Außentemperaturen, wechselnder Anstrengung und wechselndem Fahrttempo erweist sich das Zwiebelprinzip als sehr vorteilhaft. Durch das Tragen und Ablegen von Kleidungsschichten kann man sich den Bedingungen anpassen – dabei ist man mit mehreren dünnen Schichten flexibler als mit wenigen dicken. Auf alle Fälle sollte man auf ausreichende Bewegungsfreiheit achten. Dies gilt insbesondere auch für Handschuhe, die das Schalten und Bremsen nicht behindern dürfen. Bei Jacken, Hosen, Schuhen und Handschuhen sind warme, wasserdichte und atmungsaktive Produkte die beste Wahl. Eventuell kann man auch wasserdichte Kleidungsstücke wie Regenhosen oder Überzieher bei Bedarf über die Kleidung ziehen. Trägt man eine Kapuze, sollte sie so einzustellen sein, dass sie das Sichtfeld nicht behindert, auch nicht beim Umdrehen nach hinten.

Wegen der früh einsetzenden Dunkelheit und schlechter Sichtverhältnisse durch Regen, Schnee und Schmutz (nicht zuletzt, weil Autofahrer durch verschmierte Autoscheiben schlechte Sicht haben) sollten die Möglichkeiten genutzt werden, Rad und Kleidung mit reflektierenden Materialien auszustatten, damit man besser gesehen wird.

Für das Gepäck schließlich sollte man auf wasserdichte Fahrradtaschen setzen, die inzwischen von mehreren Anbietern erhältlich sind.

Und wenn's draußen doch einmal zu ungemütlich sein sollte, kann man immer noch auf das Rollentraining oder auf den Heimtrainer umsteigen.

Checkliste

Fahrrad

  • Kette, Schaltung und andere bewegliche Komponenten jederzeit gut ölen
  • öfter das Rad reinigen, Salz und Schmutz entfernen
  • bei Schnee: Mäntel mit grobstolligem Profil oder spezielle Winterreifen
  • bei Eisglätte: Winterreifen oder Mäntel mit Spikes
  • auf gute Beleuchtung achten
  • eventuell auf Nabendynamo umsteigen, der bei jedem Wetter zuverlässig arbeitet

Bekleidung

  • warme, wasserdichte und atmungsaktive Jacke, am besten mit ausknöpfbarem Innenfutter
  • warme, wasserdichte und atmungsaktive Schuhe, bei Feuchtigkeit eventuell Überzieher/Gamaschen
  • wasserdichte und atmungsaktive Fahrradhose
  • warme, wasserdichte (und atmungsaktive) Handschuhe
  • Stirnband oder dünne Mütze unter dem Helm, eventuell Sturmhaube
  • wasserdichte Fahrradtaschen

Zum Schluss

Sicher gibt es Situationen, in denen nichts mehr geht. Wenn die Wege eisglatt sind und man keine Mäntel mit Spikes hat. Oder wenn man länger unterwegs ist und es tierisch kalt ist, und dazu noch feucht von oben. Dann gibt es hierzulande aber immer noch die Möglichkeit, in den nächsten Ort zu fahren, dort ein warmes Plätzchen aufzusuchen wie zum Beispiel ein gemütliches Café und sich aufzuwärmen. Dann kann die Fahrt nach einiger Zeit auch wieder fortgesetzt werden.

Weblinks

 

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